Schule als Kompass für eine komplexe Welt | Politik Digital

„Schüler, die nicht in der Lage sind, in der komplexen digitalen Landschaft zu navigieren, nehmen nicht mehr vollständig am wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben um sie herum teil. Wir erwarten von Schulen, dass sie unsere Kinder zu kritischem Umgang mit dem Internet und der elektronischen Medien erziehen.“

 

 

http://politik-digital.de/news/schule-als-kompass-fuer-eine-komplexe-welt-151073/

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Gedanken nach der Fortbildung

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Gestern besuchte ich eine Fortbildungsveranstaltung in Wittenberg, organisiert von der Initiative  „Leben im Ganztag“ (Deutsche Kinder und Jugendstiftung), als Fachtag „Lernen bewegt“ angekündigt.  Erfahren habe ich aber nur durch Zufall von der Veranstaltung per Twitter. Auch der Titel hätte mir nicht weitergeholfen, suggeriert er doch ganz andere Inhalte als die dann dort angebotenen und von mir besuchten. Eigentliches Thema, nur dem Untertitel zu entnehmen, wenn man sich weiter durchgeklickt hatte, war: Lernen mit mobilen Endgeräten. Und die Veranstaltung, ich kann nur vom Samstag sprechen, war toll. Ich konnte 2 Workshops besuchen. Alicia Bankhofer referierte über digitale Tools im Unterricht und gewährte einen Einblick in ihre Unterrichtspraxis. Joe Buchner stellte seine Erfahrungen zum Thema Augmented Reality vor. Beide Workshops waren praxisnah und boten Gelegenheiten, Tools gleich zu testen und auszuprobieren. Leider konnte ich Heiko Rakoczys Session zu h5p nicht besuchen, da sie zeitgleich mit Alicias Workshop lief.

Input, Austausch, Vernetzen – genau das fand statt. Viele KollegInnen waren erstaunt über die aufgezeigten Möglichkeiten und wurden, wie Alicia es so schön formulierte, infiziert. Genau das ist für mich der Effekt der Fortbildungen. Deshalb kann es auch nicht zu viele davon geben. Auf Twitter wurde vor ein paar Tagen die Meinung vertreten, dass sich die „Edu-Veranstaltungen“ inflationär vermehrt hätten und mittlerweile eine ständige Wiederholung seien, man drehe sich im Kreis.

Sicher habe ich schon einige der vorgestellten Tools, Arbeitsweisen oder Plattformen kennengelernt, aber jede Veranstaltung bietet auch Neues. Neue Entwicklungen werden vorgestellt – das wäre die einfachste Variante. Oft sind solche Veranstaltungen aber auch immer wieder eine neue Motivation, bestimmte Apps oder Arbeitstechniken aufzugreifen und endlich auszuprobieren. Auf der „Liste“ hatte man sie schon lange, aber oft werden Dinge wieder verschoben und geraten in Vergessenheit. So habe ich also diese Veranstaltung mit der Motivation verlassen, inspiriert von Joe Buchner, es doch mal mit Augmented Reality im Unterricht zu versuchen. Vor einem halben Jahr hatte ich mir die App Aurasma heruntergeladen und getestet, dann aber wieder vergessen.

Ein viel wichtigerer Grund, solch gute Fortbildungsveranstaltungen zahlreich anzubieten, ist, dass vielen neuen KollegInnen, die sich noch nicht mit digitalem Arbeiten im Unterricht auseinandergesetzt haben, die Gelegenheit geboten wird, einzusteigen. In jedem Workshop waren interessierte Neueinsteiger. Und hier sehe ich das Potential, digitale Bildung voranzubringen. Der Kreis der LehrerInnen, die digitale Werkzeuge einsetzen, wird größer. Vielleicht nicht so schnell, wie mancher es gern hätte.

Einsatz digitaler Medien und Tools kann nur dann erfolgen und von Lehrern vermittelt werden, wenn die Lehrer es selbst nutzen. Heißt, wenn sich ein digitaler Workflow bei der Lehrperson etabliert hat, dann wird sie auch bereit sein, diesen zu lehren und mit und für Schüler anzuwenden. Deshalb wäre auch eine Verstärkung der digitalen Bildung im Lehramtsstudium und während des Referendariats dringend notwendig. Wir müssen LehrerInnen, für die es eine Selbstverständlichkeit ist, digital zu arbeiten, in die Schulen entlassen.

Das Ziel, wieder ein paar weitere Lehrkräfte für digitale Bildung zu interessieren und die Motivation zu setzen, einige der vorgestellten Tools auszuprobieren, wurde mit der Veranstaltung sicher erreicht.

Und nebenbei passiert die Venetzung der Lehrenden auf solchen Präsenzveranstaltungen von ganz allein. So traf ich das erste Mal Elke Noah (@klassenkrempel) und Joe Buchner #irl. Twitter ist zwar eine super Plattform für Austausch und Lernen, aber die persönliche Begegnung ist immer noch die beste Art der Zusammenarbeit. Ich freue mich schon auf’s nächste gemeinsame Treffen und Lernen.

Technische Ausstattung – Wunschdenken

 

Technische Grundausstattung? Mindestanforderungen? Diesen Monat haben die Bildungspunks in ihrer Beitragsparade dazu aufgerufen, über diese Fragen nachzudenken.

An meiner Schule wird hinsichtlich der Ausstattung kaum diskutiert, da diese mehr schlecht als recht ist. Da ist man automatisch mit wenig zufrieden bzw. sucht und findet eigene Lösungen – zum Beispiel der Kauf eines eigenen Beamers.

Ausgangslage an meiner Schule (ca. 750 Schüler, 4 Gebäude – weit auseinanderliegend):

  • Tafeln und Kreide in jedem Raum 😉
  • OHP in jedem Raum
  • 1 Whiteboard
  • 28 Laptops in einem Gebäude
  • WLAN (aber nicht stabil) in nur einem Gebäude, nur für Lehrer
  • Handyverbot für Schüler

Wenn ich mir Ausstattung vorstelle, dann eigentlich immer im Zusammenhang – was will/kann ich damit machen. Die technische Umsetzung überlasse ich gern anderen. Ich will damit arbeiten und es soll funktionieren. 😉 Deshalb habe ich versucht, diese Dinge, Ausstattung und Nutzung, aufzulisten. Hier meine Gedanken:

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Dies sind die ersten Überlegungen. Sicher ist die Aufstellung noch erweiterbar. Wer da Tipps hat, immer her damit. Unsere Schule arbeitet gerade an einem Medienkonzept und ich wäre für inspirierende Hilfe dankbar.

Workflow mit Classei im Lehreralltag

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Der Monat August ist vorbei und damit die ersten dreieinhalb Wochen des neuen Schuljahres. In den letzten beiden Wochen vor Schulstart habe ich mein analoges Ablagesystem auf Classei-Mappen und Stehsammler umgestellt – um nicht zu sagen: revolutioniert 😉 und zwar dank des Beitrags von Marcel Spitau bei den Bildungspunks. Dies ist also ein Ergänzungsbeitrag zum April-Thema Daten-Ablage.

An der Wortwahl ist meine Begeisterung zu spüren, ich bin überzeugt und empfinde es als eine enorme Erleichterung im Alltag. Das ist eine sehr persönliche Sichtweise und liegt vielleicht an meinem bisherigen (chaotischen, nicht wirklich vorhandenen) Ordnungssystem.

Ich bin Lehrerin für 3 Fächer: Deutsch, Geschichte und Englisch. (Ja, ich weiß – blöde Wahl. Alles korrekturintensive Fächer, aber ich habe nach Interesse gewählt.). Im Laufe von mehr als 20 Jahren des Unterrichtens haben sich „Tonnen“ von Papier angehäuft. Dies resultiert vor allem aus der vor-digitalen Zeit und der Tatsache, dass ich, wie sicher viele Lehrer, glaubte, man könnte ja das Arbeitsblatt oder den Test oder die Klausur nochmal gebrauchen. Hinzu kommen auch zahlreiche Folien für OHP, die bei uns an der Schule leider noch zur Standardausstattung gehören.

Classei gibt mir die Möglichkeit, alles in kleinen Portionen zu sortieren und durch die Mappen und entsprechende Kennzeichnung griffbereit zu haben. Ich versuche wirklich, die Materialien sehr genau zu trennen und zu bezeichnen. Vieles kann man an verschiedenen Stellen (Jahrgänge, Fächer, FoBi) einsetzen und will nicht erst lange überlegen, in welcher Rubrik man es abgelegt hat. So habe ich zum Thema Epik-allgemein in Sek. II einzelne Mappen für Theorie, Folien, Tests, Referatsthemen, Klausuren und natürlich für einzelne Werke.

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Was ich als den größten Vorteil empfinde, ist das Nicht-Lochen-und-Abheften-Müssen. Kein Ordner, den man erst aufschlagen und mühsam nach der richtigen Stelle absuchen muss, um dann mit der Heftung zu kämpfen. Ein weiterer Pluspunkt ist das „Befüllen“ der Mappen. Einmal gekennzeichnet und einsortiert, reicht oft schon ein Beiseiteschieben im Stehsammler und man kann die entsprechenden Papiere hineingleiten lassen. Die Ordner nahmen viel Platz weg. Einige konnte ich schon entsorgen und habe enorm an Stauraum gewonnen – und viel besser noch: an Überblick.

Natürlich habe ich noch längst nicht alles eingeordnet. Nach und nach im Laufe des Schuljahres baue ich das System auf und aus. So hoffe ich, auch festzustellen, was am Ende wirklich entsorgt werden kann.

Die beste Idee überhaupt ist das 43-Ordner-System. Jeder Tag eine Mappe, jeder Monat eine Mappe – und mein Chaos ist beherrschbar. Die vielen Dinge, die bei einem Lehrer täglich eintrudeln – Infos von Schülern, Hinweise von der Fachschaft, Tests, Terminansagen in bestimmten Klassen, … Früher landete das alles im Lehrerkalender, der immer mehr anschwoll und am Ende eigentlich nur noch aus fliegenden Zetteln bestand, die zeitaufwändig durchsucht werden mussten. Meist mit dem Ergebnis, dass man das, was man gesucht hatte, garantiert nicht gefunden hat. Jetzt habe ich eine Pendelmappe, die ich täglich mitnehme und die jeglichen Papierkram aufnimmt. Zu Hause wird einmal ausepackt und in die 43-Ordner sortiert – gleich zu dem gewünschten Termin. Endlich hört das Suchen auf. Meinen 11er Kurs Geschichte habe ich nächsten Dienstag – 3 Schüler haben den Test nicht mitgeschrieben, also zum nächsten Dienstag ablegen. Und jetzt kommt das Beste: Und vergessen!!! 😉

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So wie die Unterlagen in der entsprechenden Tagesmappe verschwinden, bin ich sicher, dass ich sie am Abend vorher rausnehme und nicht vergesse. Entspannterer Umgang mit der Zettelwirtschaft, die ja leider nicht weniger geworden ist. Da an meiner Schule bis jetzt alles analog läuft, kann ich so die Papierberge bewältigen.

Eine weitere Neuanschaffung, über die ich froh bin, ist mein Taschenbegleiter „RoterFaden„. Für die Noten brauche ich den analogen Lehrerkalender sowieso nicht, sondern eher als Gedächtnisstütze – Stundenplan, Raumplan und Sitzpläne. Dank der Klammern sitzt alles an der richtigen Stelle, nichts geht mehr verloren.

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In diesem Jahr habe ich das Gefühl organisierter und strukturierter gestartet zu sein. Hoffe, es ist nicht nur ein Gefühl! 😉

Industrie 5.0

Ich sehe auch viele Parallelen zum Bereich Bildung: LMS, individualisiertes und personalisiertes Lernen, …

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Industrie 4.0 ist in aller Munde, eine Vorstellung haben viele, eine genaue Definition eher wenige. Zwölf Industrievertreter haben sich daran versucht; das Ergebnis ist sehr interessant, lesen Sie selbst.

Ich lasse ausgewählte Vokabeln auf Sie wirken:

Digitalisierung; vollständige Vernetzung; Verknüpfung aller Daten; Revolution; „Prozesse und Entscheidungen werden in nie dageweser Geschwindigkeit ablaufen“; Systeme „steuern sich selbst“; „analyze everything“; selbstorganisierte Produktion; hochindividualisierte Produkte; umfassende Flexibilisierung; digitale Transformation; neue Stufe der Organisation und Steuerung der Wertschöpfungskette über den kompletten Produktlebenszyklus;  ein Konzept, nicht nur Technologie; unaufhaltsam.

Insbesondere sind Digitalisierung, Vernetzung, und Intelligenz zentrale Elemente der Beschreibungen.

Wir stellen uns Industrie 4.0 so vor, dass umfassend Daten gesammelt werden, alles wird analysiert, alle sprechen mit allen. Die Hoffnung auf „ungeahnte Möglichkeiten“ sind groß und meiner Meinung nach berechtigt. Ich lese aber auch etwas heraus, was ich mal „Verdrängung“ nennen möchte. Wie soll es konkret aussehen, dass Systeme „sich selbst…

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Lehrer-Start ins neue Schuljahr

 

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Für mich in Sachsen-Anhalt ist sind die ersten 7 Schultage des Schuljahres 2017/18 vorbei. Fazit: #läuft

Dass ich mein Fazit erst nach einer Woche ziehen kann, hängt mit der späten Bekanntgabe von Lehrereinsatz und Stundenplänen zusammen. Montag, zur ersten Dienstberatung vor Schulstart am Donnerstag, habe ich die Informationen erst erhalten. Wie ich finde – reichlich spät. Von meinen 25 Pflichtstunden waren mir nur 4 bekannt – mein 11er Deutsch-Kurs läuft natürlich nun als 12er weiter. Alles andere war unklar. Ich finde solch eine späte Bekanntgabe des Einsatzes problematisch. Schließlich gibt es noch einiges vor Unterrichtsbeginn zu planen. Und innerhalb von 3 Tagen die Planung für mehrere Klassenstufen und Fächer aufzustellen, halte ich für mehr als ungünstig. Zumal in dieser Zeit auch Fachschaftssitzungen und andere Treffen stattfinden.

Insgesamt bin ich aber mit meinem Einsatz mehr als zufrieden. Ich darf 6 Klassen weiterführen – das ist eine gute Basis. Kontinuität zahlt sich in Schule immer aus.               2 Klassen habe ich neu übernommen. Und nach 2 Jahren Klassenleitertätigkeit für eine 5./6. Klasse kann ich jetzt ein Jahr mit Klassenführung pausieren. Ein ganzes Schuljahr! Da weiß man erstmal richtig einzuschätzen, wieviel Mehrarbeit die Tätigkeit als Klassenleiter bedeutet. Bei der ganzen Rennerei in den ersten Tagen (Liste erstellen und abgeben, Infos überprüfen, verschiedene Dinge einsammeln, Meldungen weitergeben, …) konnte ich mich freuen, dass ich es in dieser Hinsicht dieses Jahr etwas ruhiger angehen lassen kann – ich werde es ganz bewusst genießen.

Neue Fachlehrpläne, Schreiben eines Mediennutzungsplans, Organisation der Geschichtsprojektwoche für Klassenstufe 6 und diverse andere Dinge wie Fortbildungen, die auf der Agenda stehen, werden keine Langeweile aufkommen lassen.

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Außerdem habe ich technisch/digital aufgerüstet. seit gestern bin ich stolze Besitzerin eines Minibeamers, der ab nächster Woche zum Einsatz kommt. Ich verspreche mir zuerst Zeitersparnis und einen besseren persönlichen Workflow. Mal sehen, wie es läuft.

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Dann gab es auch noch eine analoge Aufrüstung: Ich bin dank des tollen Artikels von Marcel Spitau  für die BildungspunksBeitragsparade zum Classei-System gewechselt. Eine Sortier-Aktion vor den Ferien war die Grundlage. Jetzt während der Schulzeit wird nach und nach alles weiterstrukturiert und zugeordnet – ich bin begeistert.

Beide organisatorischen „Aufrüstungen“ will ich wenigstens einen Monat im Schulalltag testen, um mir eine Meinung bilden zu können.

Euch allen auch einen guten Start oder auch noch schöne Ferien – je nach dem.

 

 

 

Informationskompetenzen – (k)ein neues Ziel

Toller Artikel – lesen, nachdenken, sich positionieren!

WordPress-Blog von Thomas Weiss

Die (nicht mehr ganz) neuen Arbeits- und Kommunikationsformen, die mit der digitalen Technik entstanden und weltweit verbreitet wurden, haben zu einer Diskussion geführt, welche Bildungsziele dafür in der Schule verankert werden sollten. Im folgenden Text versuche ich, eine andere Antwort zu geben, weil die populären Ansätze m. E. unbefriedigend sind. Wir sind dabei, etwas zu entdecken, etwas zu benennen, etwas weiter zu entwickeln, was seine Anfänge vor langer Zeit hat, nehmen dafür aber aufgrund von Koinzidenz die moderne Technik als Richtungsweiser.

Die gefragten Kompetenzen, die in die Bildungspläne gehören, sind solche, die jetzt durch die neue Technologie besonders häufig gebraucht werden. Diese Kompetenzen oder Ansätze davon gab es jedoch schon vor Jahrhunderten, vielleicht Jahrtausenden. Dementsprechend suche ich nach Fähigkeiten und Fertigkeiten, welche von einer gewissen Zeitlosigkeit und von hoher Allgemeingültigkeit geprägt sind, die zudem in ihrer Zusammensetzung kohärent und vielseitig sind. Ausgehend vom Begriff der Information stelle ich hier Kompetenzen…

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