Gedanken nach der Fortbildung

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Gestern besuchte ich eine Fortbildungsveranstaltung in Wittenberg, organisiert von der Initiative  „Leben im Ganztag“ (Deutsche Kinder und Jugendstiftung), als Fachtag „Lernen bewegt“ angekündigt.  Erfahren habe ich aber nur durch Zufall von der Veranstaltung per Twitter. Auch der Titel hätte mir nicht weitergeholfen, suggeriert er doch ganz andere Inhalte als die dann dort angebotenen und von mir besuchten. Eigentliches Thema, nur dem Untertitel zu entnehmen, wenn man sich weiter durchgeklickt hatte, war: Lernen mit mobilen Endgeräten. Und die Veranstaltung, ich kann nur vom Samstag sprechen, war toll. Ich konnte 2 Workshops besuchen. Alicia Bankhofer referierte über digitale Tools im Unterricht und gewährte einen Einblick in ihre Unterrichtspraxis. Joe Buchner stellte seine Erfahrungen zum Thema Augmented Reality vor. Beide Workshops waren praxisnah und boten Gelegenheiten, Tools gleich zu testen und auszuprobieren. Leider konnte ich Heiko Rakoczys Session zu h5p nicht besuchen, da sie zeitgleich mit Alicias Workshop lief.

Input, Austausch, Vernetzen – genau das fand statt. Viele KollegInnen waren erstaunt über die aufgezeigten Möglichkeiten und wurden, wie Alicia es so schön formulierte, infiziert. Genau das ist für mich der Effekt der Fortbildungen. Deshalb kann es auch nicht zu viele davon geben. Auf Twitter wurde vor ein paar Tagen die Meinung vertreten, dass sich die „Edu-Veranstaltungen“ inflationär vermehrt hätten und mittlerweile eine ständige Wiederholung seien, man drehe sich im Kreis.

Sicher habe ich schon einige der vorgestellten Tools, Arbeitsweisen oder Plattformen kennengelernt, aber jede Veranstaltung bietet auch Neues. Neue Entwicklungen werden vorgestellt – das wäre die einfachste Variante. Oft sind solche Veranstaltungen aber auch immer wieder eine neue Motivation, bestimmte Apps oder Arbeitstechniken aufzugreifen und endlich auszuprobieren. Auf der „Liste“ hatte man sie schon lange, aber oft werden Dinge wieder verschoben und geraten in Vergessenheit. So habe ich also diese Veranstaltung mit der Motivation verlassen, inspiriert von Joe Buchner, es doch mal mit Augmented Reality im Unterricht zu versuchen. Vor einem halben Jahr hatte ich mir die App Aurasma heruntergeladen und getestet, dann aber wieder vergessen.

Ein viel wichtigerer Grund, solch gute Fortbildungsveranstaltungen zahlreich anzubieten, ist, dass vielen neuen KollegInnen, die sich noch nicht mit digitalem Arbeiten im Unterricht auseinandergesetzt haben, die Gelegenheit geboten wird, einzusteigen. In jedem Workshop waren interessierte Neueinsteiger. Und hier sehe ich das Potential, digitale Bildung voranzubringen. Der Kreis der LehrerInnen, die digitale Werkzeuge einsetzen, wird größer. Vielleicht nicht so schnell, wie mancher es gern hätte.

Einsatz digitaler Medien und Tools kann nur dann erfolgen und von Lehrern vermittelt werden, wenn die Lehrer es selbst nutzen. Heißt, wenn sich ein digitaler Workflow bei der Lehrperson etabliert hat, dann wird sie auch bereit sein, diesen zu lehren und mit und für Schüler anzuwenden. Deshalb wäre auch eine Verstärkung der digitalen Bildung im Lehramtsstudium und während des Referendariats dringend notwendig. Wir müssen LehrerInnen, für die es eine Selbstverständlichkeit ist, digital zu arbeiten, in die Schulen entlassen.

Das Ziel, wieder ein paar weitere Lehrkräfte für digitale Bildung zu interessieren und die Motivation zu setzen, einige der vorgestellten Tools auszuprobieren, wurde mit der Veranstaltung sicher erreicht.

Und nebenbei passiert die Venetzung der Lehrenden auf solchen Präsenzveranstaltungen von ganz allein. So traf ich das erste Mal Elke Noah (@klassenkrempel) und Joe Buchner #irl. Twitter ist zwar eine super Plattform für Austausch und Lernen, aber die persönliche Begegnung ist immer noch die beste Art der Zusammenarbeit. Ich freue mich schon auf’s nächste gemeinsame Treffen und Lernen.

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Digital geprägtes Arbeiten – aus egoistischen Gründen heraus

Gestern las ich Monika Heusingers Blogpost „Leben in einer digital geprägten Welt“, den sie für die Blogparade in Vorbereitung des SaarCamps geschrieben hat. Sie wirft darin die Frage auf: Was bedeutet digitale Transformation für unser Leben? Heute gab es auf Twitter eine Diskussion über genau diesen Prozess der Transformation in der Bildung. Viele Schulen befassen sich mit der Integration digitaler Medien, manche sind Vorreiter und andere wiederum versuchen es noch zu ignorieren. Frage, die viele beschäftigt, ist, wie beteiligt man die KollegInnen, wie überzeugt man sie, dass der Einsatz digitaler Medien ein Fortschritt im Prozess Bildung sein kann.

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Marc Seegers‚ Tweet zeigt die Verteilung in den Kollegien – von Protagonisten bis Antagonisten – in jedem Kollegium sind Vertreter des gesamten Spektrums zu finden. Wie nimmt man nun alle KollegInnen mit auf dem Weg der digitale Transfomation der Schule? Kann man das überhaupt? Hier ist Gespür gefragt:

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Sicher gibt es viele Ansatzpunkte, aber den einzelnen Kollegen gewinnt man nicht per Anordnung, überzeugt man nicht mit einem Beschluss. Am besten funktioniert immer noch das Beispiel – zeigen, was man macht, wie man es macht und was es für Vorteile bringt.

Und ganz ehrlich, warum ich angefangen habe, meine Arbeitsweise umzustellen und digital Medien zu nutzen, hatte einen ganz simplen, egoistischen Grund – weniger Arbeitsaufwand. Ich denke, dass das auch ein Argument ist, was den meisten KollegInnen selbst der Gruppen „konservativ“ und „skeptisch“ (s.o.) einleuchtet.

Im Laufe eines analogen Lehrerlebens häufen sich Tonnen von Papier an: Tests, Klausuren, Erwartungshorizonte, Materialien, Quellen, Elternbriefe, Informationzettel, Fachschaftsprotokolle, Fachkonferenzmitschriften, … Wer da den Überblick behalten will und auf Nachfrage sofort das richtige Blatt Papier findet, muss pedantisch organisiert sein.

Ich war’s nicht! Irgendwo hatte ich da mal was – und das Suchen ging los. Selbst wenn man wusste, in welchem Ordner das Pamphlet steckte, es musste gesucht werden – zu Hause. Gebraucht hätte man es aber sofort – zur Dienstberatung, Fachschaftssitzung oder in der Unterrichtsstunde oder Elternversammlung. Dieses Dilemma gehört endlich im digitalen Zeitalter der Vergangenheit an. Ein Notizprogramm wie z.B. Evernote mit einer ordentlichen Ordnungs- und Suchfunktion liefert heute auf Stichwort in Sekundenschnelle das entsprechende „Papier“. Erst belächeln die Kollegen die Affinität zu Smartphone oder Tablet und natürlich sind Sprüche wie “ Das habe ich aber schneller aufgeschrieben, als du das eingetippt hast“ vorauszusehen. Aber es dauert nicht lange, bis die ersten, die nach einer Info suchen, kommen und mal eine schnelle Auskunft möchten. Genauso klappt das auch mit der Integration digitaler Medien im Unterricht. Schüler sind motiviert, erstellen selbstständig Arbeitsblätter, arbeiten zusätzlich. Kollegen staunen, fragen nach und dann ist ganz schnell mal erklärt, wie Kahoot funktioniert oder LearningSnacks erstellt werde.

Erst wird der Aufwand beklagt, aber im Nachhinein sieht man die Vorteile der digitlen Medien als Lehrer für den eigenen Arbeitsprozess und für den Unterricht: schnell gefunden, immer wiederverwendbar, leicht abzuändern und anzupassen. Informationen sind immer zugriffsbereit. Das bedeutet also nach einer gewissen Phase der Einarbeitung eine wirkliche Zeitersparnis und Arbeitserleichterung. Nicht zu reden von dem didaktischen Mehrwert, der aber als Argument allein oft nicht überzeugend genug ist – leider. Glücklicherweise merken die KollegInnen dann selbst, wie der Einsatz digitaler Medien nicht nur ihren eigenen Arbeitsprozess verändert, sondern dass sie damit den Unterricht anders – effektiver, motivierender, personalisierter – gestalten.

Einen gewissen Druck kann natürlich auch von oben aufgebaut werden, in dem man konsequent von der Leitungsebene her digital kommuniziert. So werden sich KollegInnen gezwungernermaßen mit den Tools auseinandersetzen und ein digitaler Workflow entsteht, an den sich bestimmt jeder schnell gewöhnt. Die Hemmschwelle im Umgang mit digitalen Medien sinkt und das kollaborative Arbeiten kann sich im Kollegium etablieren. Ein Übertragen auf Unterrichtsprozesse ist so einfacher.

Den digitale Medien wird sich Schule nicht entziehen können. Der Transformationsprozess ist, wie so oft im Bereich Bildung, ein langsamer, aber stetiger!

 

 

 

 

TASK to ASK

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Teaching attitudes, skills and knowledge – that is our task as a teacher. It sounds simple but the easier it sounds the more complicated it is. Today I read an article with the title „A teacher is much more than a teacher“, published in a German newspaper for doctors.
We, the teachers, are psychologists, social workers and coaches. We can multitask and act as team players. We foster our students, each of them. We demand high achievements from all our students. And, and, and, …
So, of cause, we can go on and on and we will find always new tasks for teachers.
But what is really interesting about this article is not the list of tasks, it is the positive attitude and the hope for a change in teaching culture. The article talks about a new type of teacher – innovative and student-orientated.

I am glad to find such a position in a German article. By the way, there has been a change in assessing the educational profession, I think. But this shift is taking place in the heads of teachers, it is missed in political decisions to create a new school and education structure.
Schools, teachers and the whole educational process is reappraised. And that is important. The structure of educational systems is based on the ideas developed at the end of the 18th century. But we teach students nowadays for the future. So, why do we have such difficulties in adapting educational systems to new challenges. In every kind of industry we find necessities and possibilities of quick changes. If you don’t want to lose contact to world class products, inventions or ideas then you have to adapt your business to new circumstances and conditions. And at school? There our future generation is taught.

This leads me back to my headline.
Teaching
Attitude
Skills
Knowledge

Basis is knowledge, no question. It is a must-have, without basic knowledge no further development is possible. Then during further education the focus should turn more on skills and attitudes. Of course, none of these 3 components can be taught autonomously. It is always a combination. However, all 3 components together create literacy. Literacy is not possible without knowledge or skills or attitude.
Today we have knowledge only one click away from us. The Internet is everywhere and you can search for what you want or what you need. But how to handle this huge amount of knowledge in the wide spaces of the Internet? You need skills, special skills. And nothing works in the right way if you have not the right attitude. You have to know how to act, knowledge leads to action. And action always depends on attitudes.

Consequently, school must teach these components and the best way to impart knowledge is asking. Ask your students questions, lots of questions. Challenge their thinking, let find them new ways, support their creativity. Only if they think they learn thinking. Ask them and they will learn (knowledge), they will do (skills) and they will broaden up their horizon (attitudes).
The task is to ask.