Cloudschool – mein persönliches Lernmanagementsystem

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Wie organisiere ich meine Materialien als Lehrer? Eine Frage, die sich schon im Referendariat stellt und eigentlich bis zum Karriereende bestehen bleibt. Neue Materialien, egal ob Texte, Arbeitsblätter, Tests, Klausuren ect., kommen in einem ständigen Strom dazu. Verwalten, Aufbereiten und vor allem Wiederverwenden – dazu bedarf es einer gewissen Ordnung.

Im digitalen Zeitalter sollte es eigentlich kein Problem sein – alles ist nur einen Klick entfernt. Das setzt natürlich ein digitales Notizprogramm voraus. Ich verwende Evernote und bin sehr zufrieden damit. Aber irgendwie war es noch nicht das Richtige, um das Material oder die Aufgaben in der Schule zu präsentieren und allen SchülerInnen zugänglich zu machen.

Ein Lernmanagementsystem musste her. Das Angebot ist groß und vielfältig. An meiner Schule existiert kein LMS und wir haben auch denkbar schlechte technische Voraussetzungen (kein flächendeckendes WLAN, Handyverbot, sehr schlechte Netzabdeckung). Für mich wichtige Kriterien waren: SchülerInnen sollten ohne Anmeldung auf die Materialien zugreifen können, ich wollte Aufgaben, Texte, Bilder und Links problemlos integrieren können und die SchülerInnen sollten auch über dieses System schriftliche Aufgaben einreichen können.

Meine Wahl fiel auf CLOUDSCHOOL – ein von australischen Lehrern entwickeltes, kostenloses Lernmanagementsystem – plattformunabhängig. Eine Internetverbindung ist erforderlich – dann kann man darauf zugreifen, egal ob Smatphone, Tablet oder PC – also ideal auch für BYOD.

Als Lehrer lege ich meinen Account an und SchülerInnen greifen über diesen auf die entsprechenden Materialien zu.

Geordnet wird alles in Kursen. Bei mir entspricht das jeweils einem Fach in einer bestimmten Klassenstufe, beispielsweise für die 5. Klasse Geschichte und einem entsprechenden Thema – Beispiel Griechenland. Daraus ergibt sich bie Bezeichnung G5 Griechenland – für die Schüler leicht nachzuvollziehen. Der Kurs erhält den Namen, wenn gewünscht eine Beschreibung und man kann den Zugriff auswählen (da sich meine Schüler aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht einschreiben sollen – ist der Zugriff bei mir immer öffentlich)

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Innerhalb des Kurses kann ich dann einzelne Stunden organisieren, die ich aus Vorlagen auswählen kann. Bei mir sind dies immer die leeren Vorlagen. Da habe ich den meisten Spielraum.

Nun kann ich in jedem Kurs verschiedene Stunden anlegen und diese einzeln, genau wie auch den gesamten Kurs, freischalten, d.h. für SchülerInnen sichtbar machen oder wieder „verstecken“. Diese Funktion finde ich sehr praktisch. Nach Beendigung des Themas „verberge“ ich den Kurs oder auch einzelne Stunden wieder. Dadurch bleibt für die SchülerInnen das Angebot übersichtlicher.

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In den einzelnen Stunden gebe ich meist über das Textfeld die unterschiedlichen Erläuterungen, Aufgaben oder Beispiele ein. Sehr praktisch ist die Möglichkeit Links zu setzen. So habe ich bestimmte Spiele (LerningApps, LearningSnacks) integriert, aber auch Aufgaben auf der segu-Geschichte-Plattform oder Videos. Die Schüler brauchen nicht lange suchen, finden sofort die zur Arbeitsanweisung gehörende Aufgabe.

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Hausaufgaben können auch über cloudschool „eingesammelt“ werden. Damit ich die Arbeiten zuordnen kann bespreche ich mit den SchülerInnen die Kennzeichnung, die sie verwenden sollen. Ein persönliches Feedback für jeden Schüler ist möglich.

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Für mich ist cloudschool ein wichtiges Tool im Unterricht. Aufgabenstellungen, Tafelbilder Videos lassen sich über Beamer nutzen. Die Schüler kennen so die Plattform und finden sich zurecht. Zu Hause können sie dann sehr leicht die Aufgaben nachvollziehen und Lernstoff wiederholen, Hausaufgaben erledigen oder auch die Lernspiele nutzen. Als Arbeitsplattform im Unterricht kann ich das LMS auf Grund der schlechten technischen Ausstattung nicht bzw. nur für über den Beamer nutzen. Aber trotzallem ist es für SchülerInnen ein leicht handhabbares Werkzeug, um auch zu Hause Lernstoff zu wiederholen und zu bearbeiten.

Im Laufe der Zeit kommen mehr und mehr Stunden dazu und man besitzt dann ein Art große Bibliothek, aus der man bei Bedarf nur das ensprechende Buch (Stunde) ziehen braucht. Ich kann die jeweiligen Einheiten jedes Jahr wieder freischalten, leicht verändern und nutzen. Allerdings muss ich auch sagen – die Abwechslung macht’s. Ich würde nie in jeder Unterrichtsstunde auf cloudschool zugreifen. Aber schön wenn man es kann – Material geordnet, aufbereitet und  einsatzbereit.

Cloudschool bietet auch noch andere interessante Funktionen. Zum Beispiel könnte man über die Plattform eine Schülerdiskussion führen. Da aber bei uns die Netzabdeckung sehr schlecht ist, lohnt sich diese Funktion für mich nicht (Bei einem Versuch hatten von 22 Schülern  nur 6 Empfang), aber für andere könnte das eine wichtige Option sein.

Also, einfach mal testen – es lohnt sich.

Wunderbarer Vortrag zur Medienintegration in Schulen:

Vortrag zur Schulischen Medienintegration jetzt verfügbar | ifib blog hier

Der Vortrag von Andreas Breiter zur „Digitalisierung der Schule – Medienintegration und ihre Organisationslücken“ zeigt sehr gut die vielen, wie Breiter so schön formuliert, Organisationsentwicklungsaufgaben im Bereich Bildung. Viel ist schon passiert, viele Lehrende sind motiviert, aber leider, wie so oft im Bildungswesen, sind das die oft zitierten Einzelkämpfer und Leuchttürme. Kooperation ist dringend angesagt, um die Lücken in der Organisation zu schließen, damit Medienintegration in Schule auch wirklich flächendeckend stattfinden kann.

Kooperation auf der kleinsten Ebene – unter den Kollegen. Hier muss sich das Teilen von Materialien, Konzepten und Ideen in einem Workflow etablieren, der diese Haltung der Zusammenarbeit selbstverständlich werden lässt. Umso leichter fällt dann der Schritt, auch über den Tellerrand der Schule zu schauen und auf nächster Ebene zu kooperieren. Schulen als Lerneinheiten sehen, die miteinander, sich gegenseitig bereichernd, arbeiten.

Kooperation muss sich aber durchziehen bis zum Bund – Länder – Verhältnis. Gerade hier ist noch eine Menge zu tun. Und hier wäre auch die Möglichkeit, Strukturen zu ermöglichen und zu initiieren – für die Zusammenarbeit, für das Teilen von Resourcen, für das Lernen, Testen, Anwenden und Verbreiten von best-practice-Beispielen, Beispielen, die auch wirklich einen Mehrwert für Unterricht bedeuten.

Und um das noch einmal klar zu formulieren: es geht um Integration von Medien, Umgang mit Medien. Das kann man nicht nur in der Theorie erlernen. Das bedeutet Anwendung und Umgang mit Medien – im Unterricht. Für Schüler muss es möglich sein, das Medium für ihren Arbeitsprozess zu wählen, das ihnen persönlich am geeignetsten erscheint. Und diese Auswahl muss selbstverständlicher Bestandteil ihres Arbeitsprozesses werden, da muss es keine Frage nach Erlaubnis geben müssen, ob Bleistift, Füller oder Smartpen, ob Heft, Tablet oder Laptop benutzt werden darf. Aber die technischen/digitalen Voraussetzungen müssen gestellt werden. Auswahl muss erstmal möglich sein – und da sind sie wiederdie Organisationsentwicklungsaufgaben.

Lücken in diesen Organisationsfeldern zu schließen ist Grundvoraussaetzung für eine gelingende Medienintegration in Schule. Einfache Lösungsvorschläge gibt es auch – zum Beispiel: Einführung eines Faches Pflichtinformatik. Aber: „Informatik ist keine Medienkunde.“ (einer von vielen genialen Sätzen Breiters im Vortrag)

Einfach reinhören, sich inspirieren und motivieren lassen. Und dann ganz wichtig: andere anstecken. 😉

#EDchatDE – Buchprojekt

Das #EDchatDE-Buch ist da! „Digitale Medien für Unterricht, Lehrerjob und Schule – Die besten Ideen und Tipps aus dem Twitterchat #EDchatDE“

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André J. Spang und Torsten Larbig, die Gründer des #EDchatDE, haben sich entschlossen ausgewählte Themen, die in den über 3 Jahren des Bestehens des Twitterchats diskutiert wurden, in Buchform (siehe auch #EDchatDE – Das Buch) zu veröffentlichen. Die Ideen und best-practice-Beispiele der #EDchatDE-Community können so von noch mehr Lehrenden und Bildungsinteressierten gelesen und genutzt werden.

Hier möchte ich die von mit aufbereiteten Themen unter der LIzenz CC BY SA 4.0 weitergeben.

Die folgenden Darstellungen und Texte sind unter der Lizenz CC BY SA 4.0 veröffentlicht in

Digitale Medien im Unterricht, Lehrerjob und Schule | Die besten Ideen und Tipps aus dem Twitterchat #EDchatDE | Herausgegeben von Torsten Larbig und Andre Spang | Kartoniertes Buch, 328 Seiten, Cornelsen Verlag 2017 | ISBN DE978-3-589-15319-0, EUR 16,50 2017 cornelsen.de

Hier die von mir aufbereiteten Kaiptel zu folgenden Themen:

Brauchen wir in der Schule noch die Handschrift?  kapitel-2-2

Informationen beschaffen: Digitale Kanäle und Strategien kapitel-3-2

Lebenslanges Lernen kapitel-4-3

Sind Klassenstrukturen noch zeitgemäß? kapitel-4-4

Das Buch bildet eine Vielzahl von Themen ab, die in den wöchentlichen Chats diskutiert wurden. Es enthält eine Unmenge an Ideen, Tipps und Links und ich denke, es kann eine echte Bereicherung und Inspiration für Lehrende sein.

Viel Spaß  beim Lesen!